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Neuenbuch

Historische Entwicklung 

Die Gemeinde Neuenbuch ist eine kleine Spessartgemeinde, deren Einwohnerzahl stetig um die Zahl von etwas über 400 kreist.

Über die Entstehung liegen keine Unterlagen vor, jedoch wurde im Schulunterricht gelehrt, dass Neuenbuch ehemals aus 7 Bauern bestand.

Von den ehemals typischen Spessarthäusern, bestehend aus einem kleinen Wohnraum mit eingebauten Stallungen, sind heute keine mehr vorhanden. An alten Scheunen kann man noch die frühe Bauweise, Fachwerk mit Lehm - oder auch gebrannten Stein – sehen.

Auszug aus:

Geschichte und Topographie der alten Herrschaften Klingenberg und Prozelden, von Konrad Dal aus dem Jahre 1811:

Der Deutsche Orden hatte diese Pfarrei (gemeint ist Stadtprozelten) im Besitze und behielt sich auch solche bei der Abtretung von Prozelden, im Jahre 1483, ad dies vitae des damaligen Pfarrers bevor.

Dermalen vergibt dieselbe der Landesherr. Als Filialen gehören zu dieser Pfarrei die Dörfer Montfeld, Breitenbrunn und Neuenbuch nebst dem Gusshofe und dem Hofe Thiergarten.

Gleich hinter und oberhalb Stadtprozelten im Gebirge liegt der Hof Thiergarten, welcher dermalen eins Kameral – Erbstandshof ist und eigentlich aus drei zusammengebauten Höfen besteht, vor Alters aber wahrscheinlich der zur Burg Lauffenberg (Anmerkung: heute Ruine Henneburg) gehörige Thiergarten, (dergleichen man bei alten Burgen häufig antrifft) gewesen ist.

Das kleine Dorf Neubuch oder Neuenbuch liegt eine halbe Stunde von Stadtprozelten im ‚Gebirge gegen den Spessart hin; es ist aber nicht so neu, als man seinem Namen glauben sollte, denn es kömmt schon in den Jahren 1313 und 1320 in Urkunden vor. In den Synodalregistern, bei Würdwein findet man diesen Ort nicht, wohl aber Mittenbach, welches wahrscheinlich Mittelbuch heißen soll. Ob dies das Neuenbuch ist, weiß ich nicht; ich vermute es aber, weil Neuenbuch zwischen Prozelden und Altenbuch in der Mitte liegt.

Der Ort liegt malerisch in einem Talkessel, überragt von einer kleinen Kirche aus Sandstein, deren Baustil von außen einer Wehrkirche gleicht, im Inneren jedoch eher Barock ausgestattet ist. Der Grundstein zum Bau der Kirche wurde unter dem damaligen Pfarrer A. Hain, Kuratus in Breitenbrunn, gelegt und konnte am 04. Oktober 1936 durch Bischof Matthias Ehrenfreid von Würzburg eingeweiht werden. Bis dahin mussten die Neuenbucher die Pfarrkirche in Stadtprozelten besuchen.

Die Kirche steht, samt Inventar, unter Denkmalschutz. 

In der Kirche steht eine kleine Orgel, die 1934 aus der Wallfahrtskirche Schneeberg erworben werden konnte.

Wer die schöne kleine Orgel in der Neuenbucher Kirche erbaut hat, ist noch unbekannt. Vergleiche mit anderen Orgeln aus dieser Epoche deuten jedoch auf den Orgelbauer Konrad Zahn, Großostheim, hin.

Zahn hatte ab 1774 dort eine Orgelbauwerkstatt. Das Familienunternehmen bestand bis 1900. Man kann nach Urteil von Fachleuten von einem typischen Zahn-Prospekt sprechen. Auch spricht die räumliche Nähe zu Großostheim und Schneeberg für Zahn als Erbauer der Orgel.

Sollte diese Annahmen von Archivforschungen bestätigt werden, so besitzt Neuenbuch die letzte erhaltene Orgel dieses Orgelbauers.

Zu früher Zeit war das Dorf vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägt. Während die Männer auswärts für den Unterhalt der Familien arbeiteten, wurde die kleine Landwirtschaft von den Frauen betrieben. Es gibt auch heute nur Nebenerwerbslandwirte, mit Ausnahme der Bauern im „Hofthiergarten“.


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