Unsere Stadt

Im engen Maintal gelegen, wächst Stadtprozelten auf einen Bergrücken in Richtung Neuenbuch. Dieser zwei Kilometer entfernte Ortsteil liegt eingebettet in Wiesen und Spessartwald.
In den prächtigen Fachwerkhäusern entlang der Hauptstraße und dem historischen Rathaus von 1520, spiegelt sich der mittelalterliche Charakter von Stadtprozelten.
Oft wechselten die von weitem sichtbare Henneburg und mit ihr, die Stadt ihre Besitzer. 1250 gehörte die Burg mit ihren Besitzungen den Reichsherren von Schüpf-Klingenberg.
Am stärksten prägte die Herrschaft des Deutschen Ordens im 14. und 15. Jahrhundert die Geschichte der Stadt. Der Orden kaufte in der Zeit seiner Herrschaft die Besitzungen Stück für Stück von den Grafen von Wertheim sowie von den Grafen von Hanau auf.
Der Deutsche Orden war es auch, der die Burg zu einer Festung in Anlehnung an die Kreuzfahrerburgen ausbaute und diesem Bollwerk seinen besonderen Charakter gab.
Später ging Stadtprozelten im Tausch an die Mainzer Bischöfe, die dem Deutschen Orden dafür zwei Ämter am Neckar und an der Bergstraße überließen.

In Silber eine rote Burg mit Torturm und blauen Dächern, über dem Tor der goldene Buchstabe B; beiderseits des Turmhelms die strahlende, gesichte goldene Sonne und ein gesichter goldener Halbmond. - Das heute als Wappen geltende Bild zeigen die Siegel seit dem 16. Jahrhundert. Das Gebäude stellt wohl die einstige Deutschordensburg dar, Sonne und Mond stellen die weltliche sowie die kirchliche Macht dar. Abweichend davon ist die Darstellung des Stadtwappens auf einer Glasscheibe im Rathaus von 1600 und in einem gleichzeitigen kleinen Siegel: In Rot eine silberne Mauer mit dem Buchstaben B als Initiale des damaligen Ortsnamens "Brodselden" im Tor, darüber schwebend das silberne Rad von Kurmainz. Das Erzstift Mainz hatte den 1355 mit Stadtrechten begabten Ort 1484 erworben. Im 19. Jahrhundert wechselten die Farben im Wappen wiederholt. - Streifenfahne rot, weiß, rot, oben das Stadtwappen."Quelle: Klemens Stadler, Deutsche Wappen, Bundesrepublik Deutschland Bd. 6: Die Gemeindewappen des Freistaates Bayern, II. Teil M - Z, Bremen 1968, S. 68